Arbeitsübersetzung. Das Originalmaterial ist oben verfügbar.
Galeria Neurony Lustrzane, Warschau, 2014
Oskar Chmioła
„powroty“ — Rückkehrbewegungen
2014
100/50
Druckfarbe und Bleistift auf Leinwand
(Das Objekt entsteht durch eine Performance während der Vernissage.)
„Die Notwendigkeit, sich der Außenwelt anzupassen, verleiht der Entwicklung des Menschen (...) einen entschieden einseitigen Charakter. (...) Der Mensch entwickelt sein Bewusstsein, während er den unbewussten Aspekt seiner Psyche vernachlässigt und unterdrückt, vor allem jene Schicht, die Jung das individuelle Unbewusste nennt“ (Jerzy Prokopiuk). Ich präsentiere ein Bild, das die Verneinung dieser Notwendigkeit zum Ausdruck bringt: Der Mensch entwickelt sich gleichzeitig in alle Richtungen. In einer solchen Entwicklung, oder vielleicht besser einfach Dynamik, braucht es ein Gleichgewicht zwischen Normen und Nichtnormativität, zwischen gesellschaftlichem und individuellem Ich, zwischen Außen und Innen, also eine ständige Rückkehr vom einen zum anderen.
Zunächst entrollte O. Ch. eine Leinwand, auf der eine Zeichenfolge (Verhaltensmuster) aufgedruckt war, und las anschließend 3 Texte von Edward Stachura aus dem Buch „Fabula Rasa“: „Kim jestem?(...)“ — Wer bin ich?, „Kim jestem? Inaczej.(...)“ — Wer bin ich? Anders, „kim jestem? Jeszcze inaczej (...)“ — Wer bin ich? Noch anders.
Unter der oben genannten Zeichenfolge zeichnete O. Ch. mit einem Bleistift — Kohlenstoff ist Bestandteil sowohl des Bleistifts als auch des menschlichen Körpers — eine pulsähnliche Linie, die je nach ihrer Lage zum jeweiligen Zeichen darüber anstieg oder abfiel. Dadurch entstand ein Bild.